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glauben | lieben | hoffen

Ein gutes Fundament ist nötig, damit das Haus darauf sicher gebaut werden kann. Nicht anders ist es im christlichen Glauben. Eine solide Grundlage ist nötig, um in der Zeit der absoluten Wahrheitslosigkeit zu wissen, was man selbst glaubt. „glauben| lieben | hoffen“ möchte dir dabei die Grundfragen des christlichen Glaubens verständlich erklären, fällt dabei aber dem liberalen Bibelverständnis moderner Theologen zum Opfer. 

 

Wer sind die Autoren des Buches?

Das vorliegende Buch ist ein Sammelband unterschiedlicher Autorinnen und Autoren, deren Glaubenswurzeln im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland gegründet sind.

 

Worum geht es in dem Buch?

Anhand von 103 Fragen möchten die jugendarbeitserfahrenen Autoren fundierte und kurzweilige Antworten zu zentralen Glaubensthemen vorlegen.

 

So widmet sich der erste Teil den Grundfragen der Theologie und greift Themen rund um Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist auf.

 

Daran schließt sich die Beschäftigung mit unserer Gottes- bzw. Jesusbeziehung an, die Auswirkungen auf das soziale Miteinander hat. Themen wie Versöhnung, Ethik und Kirche stehen dabei im Fokus der Ausführungen.

 

Der dritte Teil beschäftigt sich mit Fragen der persönlichen und allgemeinen Eschatologie. Es geht darin um das Reich Gottes, Sterben und Tod sowie die christliche Auferstehungshoffnung.

 

Wer sollte das Buch lesen?

Die Herausgeber möchten eine etwas breitere Zielgruppe, nämlich Jugendliche und junge Erwachsene, ansprechen. Ebenso ist das Buch für all jene gedacht, die selbst Antworten geben wollen und sollen, weil sie in der Jugendarbeit aktiv sind oder sich anderweitig in die Weitergabe des christlichen Glaubens investieren.

 

Was gibt es Konstruktives?

glauben| lieben | hoffen möchte eine erfrischende freikirchliche Sicht auf den Glauben bieten und neben dem katholischen YOUCAT und dem evangelischen YOUBE als Ergänzung auftreten. M. E. wurde hier aber Potenzial verschenkt.

 

Einerseits ist das vorliegende Basiswerk optisch ausbaufähig. Lediglich ein farblich markierter Satz sowie bunte Kästen mit weiterführender Literatur sind im Zeitalter des „Bildes“ einfach zu wenig für die junge Generation.

 

Zudem sind die angeführten Werke mit Vorsicht zu genießen. Es finden sich darin Theologie wie Hans Küng, die offensiv den religiösen Pluralismus fordern als auch Jürgen Moltmann, der die christliche zu einer politischen Botschaft verband und extrem charismatische Persönlichkeiten wie Rob Bell. Diese theologische Öffnung ist vielleicht für den BEFG und die FeG als Freikirchen repräsentativ anzusehen, doch entspricht dies nicht dem freikirchlichen Spektrum.

 

Ergänzt wird die fragwürdige Sekundärliteratur um ein Uminterpretieren der Bibel. Alttestamentliche Prophetenaussagen werden in Zweifel gezogen (vgl. S. 88.). Des Weiteren wird die Bibel als "Gottes Wort in Menschenwort" von ihrer göttlichen Irrtumslosigkeit herabgestuft und so ergibt sich ein nur scheinbares "konservatives" Bibelverständnis. Dies zeigt sich u. a. daran, dass Simon Werner dem Wort Gottes seine theologische Einheit abspricht und Gottes Offenbarung als eine Entwicklung über Gott versteht (vgl. S. 49).

 

Durch die Aufsätze zieht sich zudem ein Wissenschaftsverständnis, das per se Gottes übernatürliches Eingreifen negiert. „Jedes Schöpfungswerk lässt sich auch ohne Gott als blindes Spiel von Zufall und Notwendigkeit begreifen.“

 

Das liberale Denken zeigt sich insbesondere in der Kreuzestheologie und der Bedeutung des stellvertretenden Sühneopfers. M. Drodofsky betont: „Jesus starb. Das war die Konsequenz seines Lebens. Punkt.“ Diese Sicht widerspricht der traditionell-konservativen und über die Jahrhunderte geltenden Sühnetheologie über das Werk Jesu am Kreuz. 

 

Da es sich um ein Buch handelt, welches den Anspruch vertritt, Grundfragen zu erklären, fehlt es an Fragen zu den einzelnen Kapiteln. Auch hier ist Potenzial im Vergleich zu YOUCAT und YOUBE verschenkt worden.

 

Was macht das Buch besonders?

Insgesamt wurde Potenzial verschenkt, um Jugendliche und junge Erwachsene dort abzuholen, wo sie heute stehen. Zwar gibt es kompakte Erklärungen zu christlichen Themen, aber die Offenheit für Ökumene und Bibellehrer mit fragwürdiger Theologie sind Aspekte, die nicht übersehen werden sollten. Hinzukommen Schwächen in der optischen Gestaltung.

 

Die kurzweiligen Erklärungen sind als Helfer konzipiert, doch verfehlen sie ihren Sinn und Zweck. Mit der Öffnung zu einem liberalen Bibelverständnis und der Negierung diverser Kernlehren (Inspiration, Sühneopfer, Himmel und Hölle) ist die Lektüre ein Fallstrick für jeden, der sich über den christlichen Glauben informieren möchte.

 

Da v.a. die Zukunft freikirchlich geprägter Menschen als Lesepublikum angesprochen werden, ist eine Warnung zum Einsatz des Werkes auszusprechen. Es empfiehlt sich, das Buch nicht zu erwerben und lieber auf andere evangelikalen Werken (diverse Katechismen, Glaubensgrundkurse, uvm.) zurückzugreifen, um den christlichen Glauben jungen Menschen zu erläutern. 

 

Hier geht es zur Leseprobe


Das Buch: 

  • Hamp, V. u.a. (2021): glauben| lieben | hoffen. Grundfragen des christlichen Glaubens verständlich erklärt, SCM R. Brockhaus, 288 Seiten, ISBN: 978-3-417-26905-5, Preis: 19,99€ 

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