Leid und Glaube – zwei Begriffe, die für viele Menschen schwer miteinander zu vereinbaren sind. Besonders in Zeiten chronischer Krisen stellt sich die Frage: Wie kann man trotz anhaltendem Schmerz Frieden und Zuversicht finden? In seinem Buch „Die einen tragen Steine, die anderen Gold“ teilt Pastor Daniel Schulze seine persönliche Lebensgeschichte und zeigt, wie der Glaube zu einer tragenden Ressource werden kann.
Wer ist der Autor?
Daniel Schulze, Jahrgang 1989, lebt mit seiner Frau Miriam und ihren drei Kindern in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge. Nach ersten beruflichen Erfahrungen in der sozialmissionarischen Arbeit bei „Stoffwechsel e.V.“ und „PAIS Deutschland e.V.“ erhielt er kurz vor seiner Hochzeit die Diagnose einer schweren Autoimmunerkrankung. Trotz dieser Herausforderung absolvierte er ein Theologiestudium im Schwarzwald, das er als Jahrgangsbester abschloss. Nach seiner Ordination als Pastor im „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden“ (BFP) war er zunächst im Kinder- und Jugendbereich tätig, später widmete er sich den Schwerpunkten Integration, Jüngerschaft und Lehre. Heute wirkt er als Pastor in der Pfingstgemeinde Annaberg.
Worum geht’s?
Das Buch behandelt die Frage, wie Menschen inmitten chronischer Krisen und unlösbaren Schmerzen dennoch Hoffnung und Frieden finden können. Schulze zeigt anhand seiner eigenen Erfahrungen, dass der Weg durch das Leid in verschiedene Phasen unterteilt werden kann. Mit seinem 5-Phasen-Modell, den sogenannten „Fünf Ländern der Heilung“ – Verdrängung, Kampf, Trauer, Akzeptanz und das Land Gottes – bietet er eine klare Orientierung für Menschen, die mit chronischen Belastungen kämpfen. Diese Phasen spiegeln nicht nur seinen persönlichen Weg wider, sondern laden die Leserinnen und Leser dazu ein, ihre eigenen Prozesse zu reflektieren und anzunehmen.
Besonders beeindruckend ist dabei die ehrliche Auseinandersetzung mit der Spannung zwischen dem Wissen um die göttliche Heilung und der Realität, dass manche Leiden nicht verschwinden. Schulze ermutigt, nicht daran zu zerbrechen, sondern trotz allem einen tieferen Sinn und Gottes Nähe im Schmerz zu entdecken.
Wer sollte es lesen?
Das Buch richtet sich an alle, die lernen möchten, mit persönlichen Krisen besser umzugehen. Ob Betroffene selbst oder Menschen, die andere in ihrem Leid begleiten – Schulzes Erfahrungen und die praktische Anwendung seines 5-Phasen-Modells bieten wertvolle Impulse und Hoffnung. Besonders berührend ist die authentische und offene Schreibweise, die Leserinnen und Leser in den persönlichen Weg des Autors hineinzieht.
Was gibt es Kritisches?
Während das Buch inhaltlich überzeugt, könnten einige Leserinnen und Leser sich eine noch ausführlichere biblische Verankerung der einzelnen Phasen wünschen. Zudem wäre eine intensivere Auseinandersetzung mit der Frage, wie der christliche Glaube konkret in den Alltag von Menschen mit chronischen Belastungen integriert werden kann, eine wertvolle Ergänzung.
Was bleibt?
„Die einen tragen Steine, die anderen Gold“ überzeugt durch drei besondere Merkmale: die ungeschminkte Ehrlichkeit des Autors, seinen lebensfrohen Humor und die tiefgründige Perspektive, mit der er Gottes Wirken im Leid beschreibt. Schulzes Worte sind ein leuchtendes Zeugnis dafür, dass Gottes Schönheit und Kraft auch in den dunkelsten Momenten sichtbar werden. Dieses Buch berührt, bringt zum Weinen und Lachen und verändert nachhaltig den Blick auf das Leben. Ein wertvoller Begleiter für alle, die lernen möchten, den Schmerz und die Schönheit des Lebens gleichzeitig wahrzunehmen.
Das Buch:
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Schulze, D. (2025): Die einen tragen Steine, die anderen Gold. Ein geistlicher Wegbegleiter für chronische Krisen, SCM R. Brockhaus, 208 Seiten, ISBN: 978-3-41701-030-5, Preis: 18,00 €
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