Der schwarze Rächer

Was geschieht, wenn Glaube und Freiheit mit Blut und Tränen verteidigt werden müssen? Der Schwarze Rächer entführt den Leser in die „Blutigen Zeiten“ des 17. Jahrhunderts nach Schottland, in eine Ära grausamster Christenverfolgung – und mitten hinein in das Leben eines Mannes, der nicht nur kämpft, sondern Hoffnung verkörpert.

 

Wer ist der Autor?

James H. Hunter (1900–1983) war ein kanadischer Pastor und Autor mehrerer christlich geprägter Romane. Die deutsche Ausgabe wurde von Manfred Siebald übersetzt. Hunters Bücher verbinden historische Dramatik mit geistlichem Tiefgang und werden im deutschen Sprachraum vom Verlag CLV publiziert.

 

Worum geht’s?

Der historische Jugendroman erzählt vom Widerstand presbyterianischer Christen in Schottland, die im 17. Jahrhundert unter brutaler Verfolgung leiden. Im Mittelpunkt steht eine geheimnisvolle Figur: der „Schwarze Rächer“. Niemand kennt seinen Namen. Doch seine mutigen Rettungsaktionen, sein furchtloses Auftreten und seine Hingabe an Gottes Gerechtigkeit machen ihn zum Hoffnungsträger eines gequälten Volkes.

 

Der Roman beginnt mit einer atmosphärischen Beschreibung der historischen Kulisse: Claverhouse und der Staatsrat verfolgen die sogenannten „Covenanters“ – Gläubige, die sich nicht dem herrschenden kirchlichen Despotismus beugen wollen. Es folgen packende Episoden: die brutale Hinrichtung eines 17-jährigen Jungen, die dramatische Befreiung von Gefangenen direkt vor den Augen ihrer Henker, und die kluge Taktik des Rächers, die seine Feinde immer wieder zum Narren hält.

 

Der „Schwarze Rächer“, unter seinem Decknamen Duncan Fenwick, ist kein blinder Rächer, sondern ein Mann mit geistlicher Mission. Sein Mut und seine Klugheit entspringen seinem Vertrauen auf Gottes Führung. In seinen Gedanken, Gesprächen und Entscheidungen wird die Thematik der Gerechtigkeit, der göttlichen Berufung und der Standhaftigkeit im Glauben eindrucksvoll entfaltet.

 

Was gibt es Kritisches?

Stilistisch ist das Buch klar als Jugendliteratur erkennbar – es lebt von Spannung, Mutproben und Heldenfiguren. Manche Dialoge wirken idealisiert und der historische Kontext wird stark christlich interpretiert, was je nach Lesererwartung als vereinfachend empfunden werden kann. Wer einen detaillierten historischen Roman erwartet, findet hier eher geistlich motivierte Erzählkunst.

 

Wer sollte das Buch lesen?

Jugendliche ab ca. 13 Jahren, aber auch Erwachsene, die geistlich ermutigende Literatur schätzen. Besonders empfehlenswert für alle, die sich für Kirchengeschichte, Christenverfolgung und mutige Glaubensvorbilder interessieren. Auch in der Jungschar- oder Jugendgruppenarbeit bietet sich das Buch als Diskussionsgrundlage an.

 

Was bleibt?

Der Schwarze Rächer ist ein leidenschaftlicher Aufruf zur Treue gegenüber Gott in dunkler Zeit. In der Gestalt Duncans begegnet uns eine literarische Verkörperung von Psalm 94,1: „Gott der Rache, erhebe dich!“ – jedoch nicht in blinder Gewalt, sondern in geistlich motivierter Entschlossenheit. Ein spannendes, ermutigendes und tiefgründiges Buch über Glauben in der Verfolgung.


Das Buch: 

  • Hunter, James H. (2020): Der Schwarze Rächer. Band 2 der Jugendbuchreihe „stark und mutig“. CLV, 288 Seiten, ISBN 978-3-86699-631-1, 12,90€.

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