Jenseits der Wälder

Ein historisches Jugendbuch, das Abenteuer, Mission und Geschichte Kanadas miteinander verbindet – gibt es das? Jenseits der Wälder von Robert Vittoz ist mehr als nur eine Erzählung aus dem Wilden Westen. Es ist die berührende Geschichte eines Mannes, der getrieben von einer Kindheitserfahrung sein Leben der Evangeliumsverkündigung unter Indianerstämmen widmet.

 

Wer ist der Autor?

Robert Vittoz (1886–1988) war ein schweizerisch-französischer reformierter Theologe, Evangelist und Autor. Er wirkte als Prediger und Jugendbuchautor, bekannt für seine lebendigen historischen Romane mit geistlichem Tiefgang. Sein Werk ist theologisch bibeltreu geprägt und stark evangelistisch ausgerichtet.

 

Worum geht’s?

Das Buch erzählt – in Form eines autobiografisch gefärbten Berichts – die Geschichte von James Evans, einem Missionar im 19. Jahrhundert, der unter den Indianern Kanadas tätig ist. Als Zehnjähriger begegnet er einem Indianer, der ihn kurzzeitig entführt, ihn aber nachts voller Mitgefühl nach Hause zurückbringt. Diese Erfahrung brennt sich tief in seine Seele ein. Jahrzehnte später macht er sich auf, eben diesen Indianer wiederzufinden – getrieben von Liebe, nicht von Rache.

 

Die Kapitel sind als Etappen einer Lebensreise aufgebaut – von der Kindheit in Quebec über Sprachstudien bei verarmten Indianern bis zur großen Missionsreise mit Kanu und Hundeschlitten. Vittoz schildert in eindringlichen Bildern das harte Leben im Norden, die Grausamkeiten der Kolonialgeschichte, das Unrecht an den Ureinwohnern – und vor allem die Hoffnung, die das Evangelium auch in diesen dunklen Kontext bringt.

 

Im Zentrum steht der geistliche Kampf: gegen Entmutigung, kulturelle Barrieren, Winterkälte und den Vorwurf der „weißen Religion“. Dennoch erlebt Evans, wie Gottes Wort Herzen verändert. Besonders berührend sind die Rückbezüge auf seine Kindheitserfahrung, sein wachsender Glaube und die Haltung der Liebe, die er gegenüber jenen bewahrt, die einst Feinde waren.

 

Was gibt es Kritisches?

Sprachlich ist der Text stark bildhaft und teilweise altertümlich formuliert, was jüngeren Lesern das Verständnis erschweren kann. Einige Passagen sind deutlich idealisierend, was das Missionsbild angeht. Zugleich bleibt die Botschaft jedoch glaubwürdig, weil der Missionar selbst mit Schwächen, Zweifeln und Strapazen kämpft.

 

Wer sollte das Buch lesen?

Jenseits der Wälder eignet sich besonders für Jugendliche ab 12 Jahren, die historische Missionsgeschichten mögen, aber auch für Erwachsene, die nach einem glaubensstärkenden, biografisch inspirierten Leseerlebnis suchen. Ideal für den Einsatz im Religions- oder Konfirmandenunterricht, im christlichen Jugendkreis oder als Familienlektüre.

 

Was bleibt?

Dieses Buch zeigt eindrücklich, wie eine einzige Begegnung ein ganzes Leben prägen kann – und wie die Liebe Christi über kulturelle Grenzen hinweg Herzen verändert. Jenseits der Wälder ist ein Plädoyer für Barmherzigkeit, missionarisches Herz und eine evangeliumszentrierte Sicht auf die Welt.


Das Buch: 

  • Vittoz, Robert (2022): Jenseits der Wälder, Band 1 der Reihe „stark und mutig“, CLV Bielefeld, 256 Seiten, ISBN 978-3-86699-393-8, 8,90€.

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