Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Inquisition, Frauenunterdrückung, Zwangsbekehrungen – immer wieder werden diese Stichworte ins Feld geführt, um das Christentum zu diskreditieren. Häufig bleibt es bei plakativen Behauptungen oder historischen Verzerrungen, die pauschal alle Christen in Haftung nehmen. Lutz E. von Padberg nimmt diese gängigen Anklagen ernst, prüft sie historisch und will so einen nüchternen Beitrag zu einer kontroversen Diskussion leisten.
Wer ist der Autor?
Prof. Dr. Lutz E. von Padberg ist emeritierter Professor für mittelalterliche Geschichte in Paderborn und lehrte bis 2013 Historische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Kirchengeschichte, Mission und Mittelalter.
Worum geht’s?
Das Buch beleuchtet in zehn Kapiteln die „Top Ten“ der Vorwürfe gegen das Christentum – von der Ketzerverfolgung über Frauenfeindlichkeit, die Verquickung von Kirche und Staat, Zwangsmissionen, Kreuzzüge und Inquisition bis hin zu Kolonialismus, Antisemitismus und religiös begründeten Kriegen. Dabei geht der Autor quellenorientiert und sachlich vor.
Er trennt zwischen Mythos und historischer Realität, zeigt differenziert auf, welche Vorwürfe berechtigt sind, welche auf Legenden oder Fehlinterpretationen beruhen und welche aus heutiger Sicht neu bewertet werden müssen. Von Padberg scheut sich nicht, auch dunkle Kapitel der Kirchengeschichte beim Namen zu nennen, betont aber zugleich, dass diese nicht das gesamte Christentum definieren.
Besonders wertvoll ist die Herangehensweise: Er präsentiert gesicherte Forschungsergebnisse, ordnet sie in den zeitgeschichtlichen Kontext ein und macht deutlich, wie moderne Maßstäbe auf vergangene Epochen oft zu Fehleinschätzungen führen. So entsteht ein differenziertes Bild, das sowohl historische Schuld anerkennt als auch pauschale Schuldzuweisungen zurückweist.
Was gibt es Kritisches?
Das Werk ist faktenreich und fair, doch bleibt es überwiegend deskriptiv. Eine klare biblisch-theologische Bewertung der genannten Ereignisse fehlt – etwa die Frage, wie sie im Licht von Schriftprinzipien zu beurteilen sind. Leser, die eine apologetisch-biblische Widerlegung der Vorwürfe erwarten, werden daher eher historische als geistliche Argumentationslinien finden.
Wer sollte das Buch lesen?
Christen, die in Gesprächen mit historischen Vorwürfen konfrontiert werden. Geschichtsinteressierte, die differenziert über Kirchengeschichte nachdenken wollen und Apologeten, die ihre Argumentationsbasis historisch fundieren möchten.
Was bleibt?
Das Buch liefert eine fundierte historische Einordnung der bekanntesten Anklagen gegen das Christentum. Es entlarvt vereinfachende Mythen, benennt tatsächliche Missstände und hilft, Pauschalurteilen mit Fakten zu begegnen. Für apologetische Gespräche bietet es eine solide geschichtliche Grundlage, auch wenn der biblische Rückbezug stärker ausfallen könnte.
Das Buch:
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Padberg, Lutz E. von (2025): Von Kreuzzügen, Inquisition und gerechten Kriegen. Die 10 häufigsten Vorwürfe gegen das Christentum, Brunnen Verlag, 256 S., ISBN 978-3-7655-2196-6, 20,00 €.
erhältst du hier.
