Wenn Mann scheitert

Scheitern – ein Thema, das viele lieber meiden, besonders Männer. Das Eingeständnis von Versagen fühlt sich oft wie eine persönliche Niederlage an, über die man nicht spricht. Hauke Burgarth stellt sich in Wenn Mann scheitert dieser Tabuzone mutig und direkt. Das Buch will nicht beschönigen, sondern die Realität von Brüchen, Krisen und Umwegen offen ansprechen – und gerade darin neue Perspektiven aufzeigen.

 

Wer ist der Autor?

Hauke Burgarth, Jahrgang 1964, lebt in Pohlheim bei Gießen. Er arbeitet freiberuflich als Lektor und Autor für verschiedene Verlage, ist Teilzeitpastor einer Freikirche und engagiert sich ehrenamtlich in einem humanitären Hilfswerk. Seine geistliche und seelsorgerliche Prägung fließt deutlich in die Art ein, wie er Geschichten erzählt und einordnet.

 

Worum geht’s?

Das Buch versammelt 13 wahre Geschichten von Männern, die mit persönlichen Krisen konfrontiert wurden: vom Verlust des Berufs über gesundheitliche Rückschläge, zerbrochene Beziehungen, Alkoholprobleme bis hin zu gescheiterten Lebensträumen. Jeder Abschnitt widmet sich einer Person und erzählt einfühlsam, wie das Scheitern begann, wie es erlebt wurde und welche Wendepunkte sich daraus ergaben.


Burgarth verzichtet auf glatte Happy-End-Erzählungen. Stattdessen zeigt er, dass Brüche zum Leben gehören, dass sie verletzen, aber auch heilen können – wenn man ihnen ins Auge sieht. Immer wieder durchzieht das Buch der rote Faden, dass Neuanfänge möglich sind: nicht selten durch die Hilfe anderer, durch Gottes Eingreifen und durch den Mut, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.


Der Aufbau ist klar: Jedes Kapitel trägt den Namen des Betroffenen, beschreibt die Ausgangssituation, den Moment des Scheiterns und die Schritte danach. Dabei gelingt es dem Autor, die Geschichten persönlich und nahbar zu gestalten, ohne voyeuristisch zu werden. Viele Episoden enthalten leise geistliche Impulse, die jedoch nicht aufgesetzt wirken, sondern sich organisch aus den Erfahrungen ergeben.

 

Was gibt es Kritisches?

Das Buch ist stark erzählerisch geprägt und weniger analytisch. Wer eine systematische Auseinandersetzung mit den Ursachen und Mechanismen von Scheitern sucht, wird hier nicht fündig. Manche Geschichten lassen den theologischen Tiefgang, den man bei einem freikirchlichen Pastor erwarten könnte, eher im Subtext anklingen, statt ihn klar auszuführen. Das kann für Leser, die vor allem geistliche Wegweisung suchen, etwas zu offen bleiben.

 

Wer sollte das Buch lesen?

Besonders geeignet ist es für Männer, die mit Brüchen im Leben konfrontiert sind oder waren, aber auch für Seelsorger, Hauskreisleiter und Menschen, die in der Männerarbeit tätig sind. Die ehrlichen Berichte bieten Gesprächsstoff, schaffen Identifikationsmöglichkeiten und können helfen, über eigene Niederlagen offener zu reden.

 

Was bleibt?

Wenn Mann scheitert macht Mut, Scheitern nicht als Endpunkt zu sehen, sondern als Teil einer Lebensgeschichte, die Gott gebrauchen kann, um Neues zu formen. Burgarth zeigt: Niederlagen sind nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern oft der Weg zu tieferer Reife und echter Veränderung.


Das Buch:

  • Burgarth, Hauke (2025): Wenn Mann scheitert. Wahre Geschichten von Krisen, Umwegen und neuen Perspektiven, Brunnen Verlag, 160 S., ISBN 978-3-7655-3345-7, 16,00 €.

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