Wie aber werden sie hören?

In einer Zeit, in der viele Menschen das Evangelium nicht mehr verstehen oder als irrelevant abtun, stellt sich die Frage, wo man in der Verkündigung beginnen sollte. Ken Ham geht in seinem Buch „Wie aber werden sie hören?“ genau dieser Problematik nach. Er zeigt, dass die Entfremdung von biblischem Denken dazu führt, dass Begriffe wie Sünde, Erlösung und Kreuz ihre Bedeutung verlieren. Seine Kernthese: Evangelisation muss beim Schöpfungsbericht ansetzen, weil dort die Grundlage für das Verständnis des Evangeliums gelegt wird.

 

Wer ist der Autor?
Ken Ham ist ein australischer Apologet, Prediger und Gründer der Organisation „Answers in Genesis“. Bekannt wurde er durch seine Vorträge und Bücher zur Verteidigung der Schöpfung in sechs Tagen sowie durch den Aufbau des „Creation Museum“ und der Arche-Replik in den USA. Seine Schriften sind stark von der Überzeugung geprägt, dass die Bibel von 1. Mose an wörtlich zu nehmen ist.

 

Worum geht’s?
Das Buch ist in 14 Kapitel gegliedert und entfaltet den Weg von der Analyse eines geistlichen Trends bis hin zu praktischen Hinweisen für Evangelisation. Ham zeigt, wie die westliche Gesellschaft durch Evolution und Relativismus von biblischen Fundamenten abgerückt ist und wie sich dies auf das Verständnis des Evangeliums auswirkt. Er baut dabei systematisch auf: Erst wird das Problem beschrieben (Kommunikationshindernisse, unverständliches Evangelium), dann die biblische Lösung (Start bei der Schöpfung) und schließlich praktische Anwendungen.

 

Der Stil ist verständlich, pointiert und evangelistisch ausgerichtet. Ham schreibt nicht akademisch, sondern für jeden, der über Evangelisation nachdenkt oder darin aktiv ist. Zahlreiche Beispiele aus seinen Vorträgen und internationalen Erfahrungen machen das Buch lebendig.

 

Zentrale Gedanken sind: Das Kreuz ist nur verständlich, wenn man den Sündenfall begreift. Evangelisation ohne biblische Schöpfungslehre verliert ihre Basis. Gesellschaften, die das biblische Fundament verwerfen, entfernen sich unweigerlich vom Evangelium. Erfolgreiche Verkündigung muss deshalb die ganze Bibel von Anfang an ernst nehmen.

 

Wer soll es lesen?
Das Buch richtet sich an Christen, die Evangelisation betreiben oder ein Herz für verlorene Menschen haben. Besonders Pastoren, Evangelisten und Gemeindemitarbeiter werden von den klaren Linien und Beispielen profitieren.

 

Was gibt es Kritisches?
Ein Kritikpunkt ist, dass Ham manchmal etwas pauschaliert, besonders in seiner Analyse kultureller Entwicklungen. Zudem werden historische und theologische Nuancen nicht immer differenziert dargestellt. Wer eine detaillierte Exegese oder theologische Tiefenschärfe erwartet, findet hier eher einen praktischen Leitfaden.

 

 

Was bleibt?

Das Buch ruft eindringlich dazu auf, Evangelisation biblisch und grundlegend zu betreiben. Es erinnert daran, dass das Evangelium keine isolierte Botschaft ist, sondern im Rahmen der ganzen Heilsgeschichte verstanden werden muss. Besonders ermutigend ist Hams Klarheit, dass Gottes Wort auch heute Kraft hat, Menschen zu verändern. Es stärkt den Mut, sich nicht dem Zeitgeist zu beugen, sondern konsequent bei der Schöpfung zu beginnen und Christus als Retter zu verkündigen.


Das Buch:

  • Ham, Ken (2014): Wie aber werden sie hören? Warum unsere Zeitgenossen das Evangelium nicht verstehen – und warum wir bei der Schöpfung beginnen sollten. CLKV-Verlag, 217 S., ISBN 978-3-943175-35-6, 7,50 €.

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