Im Gespräch mit progressiven Christen merke ich, wie aktuell Judas ist. Er schreibt:
"Liebe Freunde, eigentlich wollte ich euch über die Rettung schreiben, die Gott uns gemeinsam geschenkt hat. Doch nun muss ich euch ermahnen und warnen: Setzt euch entschlossen für den Glauben
ein, wie er denen, die zu Gott gehören, ein für allemal überliefert ist." (Judas 3)
Definition
Der ein für allemal überlieferte Glaube ist die vollständige, unveränderbare, von Christus gegebene und durch die Apostel autoritativ überlieferte Glaubenslehre. Sie wurzelt im Alten Testament, wird in Christus erfüllt und durch die apostolische Lehre verbindlich für alle Zeiten festgelegt. Dieser Glaube ist nicht verhandelbar, nicht anpassbar an Kultur, Philosophie oder kirchliche Strömungen.
Kerninhalt dieses überlieferten Glaubens
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Heilige Schrift
Gott hat sich durch sein inspiriertes, irrtumsloses Wort offenbart. Das Alte Testament war vollgültige Bibel der ersten Christen. Die apostolische Lehre besitzt dieselbe göttliche Autorität und wurde im Neuen Testament schriftlich fixiert. Gottes Wort ist Maßstab, Wahrheit und höchste Autorität. -
Der eine Gott
Es gibt nur einen wahren, ewigen, allmächtigen Gott, Schöpfer aller Dinge. Der Glaube erkennt die Dreieinheit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gott ist heilig, souverän und würdig angebetet zu werden. -
Jesus Christus
Der im Alten Testament verheißene Messias. Wahrer Gott und wahrer Mensch. Jungfrauengeburt, sündloses Leben, erfüllte das Gesetz vollkommen. Starb stellvertretend und sühnend für Sünder. Leibliche Auferstehung, Himmelfahrt, himmlische Herrschaft. Er kommt wieder zum Heil und zum Gericht. -
Das Evangelium der Gnade
Erlösung allein aus Gnade. Allein durch Glauben an Christus. Rechtfertigung allein durch seine angerechnete Gerechtigkeit. Buße ist notwendig. Keine Werke, kein Gesetzesgehorsam und keine Tradition können retten. -
Der Heilige Geist
Göttliche Person. Wirkt Wiedergeburt, schenkt Glauben, führt in alle Wahrheit, wohnt im Gläubigen, heiligt und bevollmächtigt zum Zeugnis. Fügt Gläubige zum einen Leib Christi hinzu. -
Der Mensch
Im Bild Gottes geschaffen. Durch den Sündenfall verdorben, sündig, geistlich tot und unfähig, sich selbst zu retten. Jeder Mensch braucht Erlösung durch Christus. -
Die Gemeinde
Von Christus gegründet, bestehend aus Wiedergeborenen. Verbindlich unter der apostolischen Lehre. Taufe und Mahl des Herrn als von Christus eingesetzte Ordnungen. Berufene Leitung durch Älteste und Diakone. Auftrag: Lehre, Heiligung, Mission, Bewahrung vor Irrlehre. -
Heiligung und Gehorsam
Echter Glaube zeigt sich in verändertem Leben. Heiligung ist notwendig und sichtbar. Gottes Gebote gelten. Keine Vermischung mit falscher Lehre, Weltgeist oder moralischer Anpassung. -
Engel und geistliche Realität
Gott schuf heilige Engel. Satan und Dämonen sind real und wirken verführend. Falsche Lehre hat geistlichen Ursprung. Christen müssen wachsam kämpfen. -
Vollendung
Christus kommt sichtbar wieder. Auferstehung aller Menschen. Gericht. Ewiges Leben für die Erlösten. Ewige Strafe für die Gottlosen. Neuer Himmel und neue Erde.
Wie konnte Judas all das schreiben, obwohl das Neue Testament noch nicht vollständig vorlag?
Ganz einfach: Der Glaube war nicht erst „fertig“, als die Bibel abgeschlossen war. Christus selbst hat ihn den Aposteln übergeben. Die apostolische Lehre wurde in den Gemeinden bereits mündlich und schriftlich verbreitet. Sie war autoritativ, weil sie von Christus kommt. Das NT ist die von Gott inspirierte, schriftliche Fixierung dieser ein für allemal gültigen Offenbarung.
Also: Judas ruft dazu auf, genau diesen apostolischen, schriftgebundenen, unveränderbaren Glauben zu verteidigen. Keine neue Offenbarung. Keine Anpassung an Kultur. Keine Verwässerung.
Wenn jemand heute etwas anderes lehrt, was diesem Glauben widerspricht oder ihn ergänzt oder relativiert, dann ist es nicht mehr der Glaube, der ein für allemal überliefert wurde.
Kurzfazit
Der ein für allemal überlieferte Glaube ist vollständig, abgeschlossen, unveränderbar. Jede Lehre, die ergänzt, relativiert oder kulturell umformt, ist zurückzuweisen. Christen sollen klar, treu
und entschlossen für diesen Glauben einstehen und ihn bewahren, leben und weitergeben. Das ist kein Aufruf zu Streitlust, sondern zu Treue. Gottes Wort ist unveränderbar. Der Glaube wurde
ein für allemal überliefert. Deshalb: keine offene Tür für liberalen oder postevangelikalen Glauben, der die Schrift weichspült. Bleib klar. Bleib treu. Kämpfe für das, was Gott gesagt hat.
