Magnus geht die Sonne suchen

Das Kinderbuch Magnus geht die Sonne suchen greift ein existenzielles Thema auf, das Kinder sehr früh kennen: Verunsicherung, wenn Vertrautes verschwindet. Die Sonne geht weg, es wird dunkel, der Winterschlaf kommt – und Magnus hat Angst. Das Buch will zeigen, dass Veränderung nicht Zufall ist, sondern unter Gottes guter Führung steht.

 

Wer ist der Autor?
Katrin Grieco verantwortet den Text, Arabel Watzlawik die Illustrationen. Beide arbeiten sichtbar kindnah, ruhig und erzählerisch. Herausgegeben wird das Buch vom Kondoo Verlag, der sich auf christliche Kinderliteratur mit niedrigschwelligem Zugang spezialisiert hat.

 

Worum geht’s?
Magnus liebt Licht, Wärme und Farben. Als die Sonne verschwindet und die anderen Murmeltiere in den Bau gehen, weigert er sich zunächst. Die Dunkelheit macht ihm Angst. Auf seiner Suche nach der Sonne erlebt er Einsamkeit, Zweifel und Überforderung. Am Ende wird klar: Die Sonne ist nicht weg, weil etwas schiefgelaufen ist, sondern weil ein neuer Abschnitt beginnt.

 

Die Geschichte endet mit einer expliziten theologischen Deutung: Gott ist Licht, Gott hält seine Versprechen, Gott macht alles neu. Die Bildsprache unterstützt das stark. Helle, freundliche Farben stehen dunklen, engen Szenen gegenüber. Text und Illustration tragen die Botschaft gemeinsam. 

 

Erwähnenswert ist das kostenlose Gruppenstundenmaterial zum Buch, mit vielen Fragen und Gedanken auch zur theologischen Botschaft, das Eltern supergut unterstützt, um den biblischen Inhalt mit den Kindern zu ergründen.

 

Wer soll es lesen?
Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter. Besonders geeignet für Familien, die mit ihren Kindern über Angst, Veränderung und Vertrauen sprechen wollen. Auch gut einsetzbar in Kindergarten, Kindergottesdienst oder Familienandacht.

 

Was gibt es Kritisches?

Die theologische Aussage bleibt insgesamt allgemein gehalten. Konkrete Bibelstellen werden nicht angeführt, und Christus wird nicht ausdrücklich genannt. Positiv hervorzuheben ist, dass Gott immerhin zwei- bis dreimal explizit erwähnt wird. Problematisch ist jedoch der Verweis auf ein „Mama-Murmeltier“ im Himmel. Diese Darstellung ist theologisch fragwürdig, da Gott sich in der Schrift als Vater offenbart und durchgängig in maskuliner Weise bezeichnet wird; eine feminisierende Projektion ist biblisch nicht begründbar. Auf der Schlussseite bietet der Verlag eine Übertragung der zentralen Botschaft auf Kinderebene, die Eltern eine hilfreiche Unterstützung an die Hand gibt. Für die anvisierte Zielgruppe ist dieser Ansatz nachvollziehbar, setzt jedoch ein hohes Maß an theologischer Verantwortung bei Eltern und Mitarbeitern voraus, die das Buch einsetzen.

 

Wie kann ich das Werk nutzen?
Als Vorlesebuch mit Gespräch. Die im Buch enthaltenen Fragen und der Forschungsauftrag laden Kinder ein, mitzudenken. Erwachsene können die Brücke zur Schrift schlagen: Gott ist treu, sein Licht bleibt, auch wenn es dunkel wird. Offenbarung 21,5 wird sinngemäß aufgegriffen und sollte bewusst erklärt werden.

 

Was bleibt?
Ein ruhiges, ernsthaftes Kinderbuch ohne Kitsch. Es nimmt Ängste ernst und verweist auf Gottes Verlässlichkeit. Kein Ersatz für biblische Unterweisung, aber ein gutes Werkzeug, um Kinder behutsam an große Wahrheiten heranzuführen. Wer es begleitet liest, wird es gut nutzen können.


Das Buch:

  • Grieco, Katrin; Watzlawik, Arabell (2025): Magnus geht die Sonne suchen. Entdecke für dich: Gott plant Neues für mich! Kondoo Verlag, 32 S., ISBN 978-3-96480-070-1, Preis: 16,00 €.

erhältst du hier.