Das Netz der Mullahs

Ralph Ghadban legt mit diesem Werk eine nüchterne, historisch fundierte Analyse des schiitischen Islams im Iran vor. Das Buch erklärt, warum Religion und Macht im Iran untrennbar verschmolzen sind und wie daraus ein System entstand, das Terror systematisch als politisches Instrument nutzt. Wer den Iran verstehen will, kommt an dieser Studie nicht vorbei.

 

Wer ist der Autor?
Ralph Ghadban ist Islamwissenschaftler und Politologe mit langjähriger Forschung zu Islamismus, politischem Islam und Nahostkonflikten. Er gilt als ausgewiesener Kenner der schiitischen Theologie und ihrer politischen Instrumentalisierung. Seine Arbeiten zeichnen sich durch Quellenkenntnis, Klarheit und analytische Schärfe aus.

 

Worum geht’s?
Das Buch zeichnet die Entwicklung des schiitischen Islams von seinen Anfängen bis zur Gegenwart nach. Ghadban zeigt, wie aus der Religion der Verlierer eine machtpolitische Ideologie wurde. Ein Schwerpunkt liegt auf der Safawidenzeit, der Institutionalisierung der Geistlichkeit und der schrittweisen Politisierung des Schiitentums.


Ausführlich analysiert der Autor die Pahlavi-Dynastie, die gescheiterte Modernisierung Irans und den fatalen Irrtum, Religion politisch kontrollieren zu können. Die Islamische Revolution von 1979 wird nicht romantisiert, sondern als bewusste Machtübernahme der Mullahs entlarvt.


Zentral ist die Darstellung der Herrschaft der Mullahs, der Rolle Khomeinis, der Doktrin der Wilayat al-faqih und der Funktion von Terror als staatlicher Strategie. Die Hisbollah erscheint folgerichtig als Exportmodell dieses Systems. Stilistisch ist das Buch sachlich, präzise und argumentativ stringent. Es ist kein Pamphlet, sondern eine historische und politische Analyse mit klaren Schlussfolgerungen.

 

Wer soll es lesen?
Das Buch richtet sich an Leser, die politische Entwicklungen im Nahen Osten verstehen wollen, insbesondere an politisch interessierte Christen, Lehrer, Journalisten und Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft. 

 

Was gibt es Kritisches?
Aus biblischer Sicht bleibt das Buch bewusst religionswissenschaftlich und verzichtet auf eine geistliche Bewertung des Islams als falsche Offenbarungsreligion. Wer eine explizit theologische Einordnung erwartet, wird diese selbst ergänzen müssen. Inhaltlich ist die Argumentation jedoch sauber und belastbar.

 

Wie kann ich das Werk nutzen?
Das Buch eignet sich hervorragend als Hintergrundlektüre für Vorträge, Unterricht, Predigten mit gesellschaftlichem Bezug und zur Einordnung aktueller Nahostpolitik. Es hilft, naive Dialogrhetorik zu entlarven und politische Realitäten klar zu benennen.

 

 

Was bleibt?
Ghadban zeigt schonungslos, dass der politische Islam im Iran kein Missbrauch der Religion ist, sondern eine konsequente Umsetzung schiitischer Machtlehre. Das Buch korrigiert westliche Illusionen und zwingt zur Ehrlichkeit. Wer Wahrheit sucht statt Beschwichtigung, wird dieses Werk mit Gewinn lesen.


Das Buch:

  • Ghadban, Ralph (2026): Das Netz der Mullahs. Der Iran und der politische Islam der Schiiten. Herder, 368 S., ISBN 978-3-451-03586-9, 26,00 €

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