Zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn

Zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN von Ulrich J. Hauck ist mehr als eine Betrachtung über Liturgie. Das Buch versammelt eine siebenteilige Predigtreihe, die den evangelischen Gottesdienst Schritt für Schritt auslegt. Dabei geht es um eine zentrale Frage: Was geschieht eigentlich im Gottesdienst – und warum tun wir, was wir tun?

 

Wer ist der Autor?
Ulrich J. Hauck schreibt als lutherischer Pfarrer. Diese konfessionelle Verortung ist nicht Beiwerk, sondern prägt die gesamte Darstellung. Hauck argumentiert aus einer liturgisch-kirchlichen Tradition heraus, die Gottesdienst, Formen und Ordnungen als geistlich gewachsene Ausdrucksformen versteht.

 

Worum geht’s?
Die Predigtreihe folgt dem klassischen Ablauf eines Gottesdienstes. Vom Votum über Psalm bis Gloria, Gebet, Sündenbekenntnis und Gnadenzusage, weiter zur Schriftlesung und zum Glaubensbekenntnis, bis hin zu Predigt und Friedensgruß.

 

Einen breiten Raum nimmt das Heilige Mahl ein. Drei eigene Predigten widmen sich den alttestamentlichen Opfern und dem Opfer Christi (Matthäus 26), der Frage nach Empfang und Bedeutung (Johannes 6) sowie der praktischen und gemeinschaftlichen Dimension (1. Korinther 10). Den Abschluss bildet der Segen Gottes (4. Mose 6).

 

Stilistisch bleibt Hauck nah an der Kanzelsprache. Das Buch liest sich wie eine gehörte Predigt, nicht wie eine akademische Abhandlung. Das macht die Lektüre zugänglich, persönlich und zugleich geistlich konzentriert. Immer wieder wird deutlich: Liturgie ist für Hauck kein Ritualismus, sondern Ausdruck gelebter Theologie.

 

Wer soll es lesen?
Leser, die sich für Gottesdienstverständnis, Liturgie und kirchliche Tradition interessieren. Besonders förderlich für Pastoren, Prediger und Mitarbeiter, die ihre eigene Praxis reflektieren möchten.

 

Was gibt es Kritisches?
Das Buch ist klar lutherisch geprägt. Besonders beim Abendmahl zeigt sich die Differenz. Hauck betont die sakramentale Dimension stark. Aus evangelikal-konservativer Perspektive wird man hier deutlicher den Gedächtnisaspekt hervorheben und festhalten, dass das Abendmahl nicht zur Sündenvergebung eingenommen wird. Ebenso wird man vorsichtig bleiben gegenüber Formulierungen, die den Eindruck erwecken könnten, geistliche Wirkung sei an die liturgische Form gebunden.

 

Wie kann ich das Werk nutzen?
Als Spiegel. Als Denkanstoß. Als Möglichkeit, das eigene Gottesdienstverständnis zu schärfen. Das Buch hilft zu prüfen, ob unsere Formen von der Schrift her gefüllt oder bloß pragmatisch geworden sind. Es sensibilisiert für die Frage, wie Ordnung, Ehrfurcht und geistliche Substanz zusammengehören.

 

 

Was bleibt?
Eine wertvolle Einladung zum Nachdenken über den Gottesdienst. Nicht alles wird man teilen, manches wird man bewusst anders sehen. Doch gerade die Begegnung mit einer anderen protestantischen Tradition kann den eigenen Blick weiten. Wer bereit ist, differenziert zu lesen, wird profitieren.


Das Buch:

  • Hauck, Ulrich J. (2025): Zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN. Siebenteilige Predigtreihe zur Liturgie. Logos Editions, ISBN 978-3-945818-50-3, 7,90 €.

erhältst du hier.