Mit Nicht von dieser Welt legt Mike Schmidt ein Buch vor, das Christen helfen will, ihr Leben bewusst zu gestalten und „in Fülle“ zu leben. Es greift zentrale Fragen nach Sinn, Lebensweg und geistlicher Orientierung auf. Die entscheidende Frage ist dabei: Wird das Leben konsequent von Gottes Wort her gedacht – oder aus subjektiver Erfahrung und modernen Denkmodellen entwickelt?
Wer ist der Autor?
Mike Schmidt schreibt aus einer praxisnahen, lebensweltlich geprägten Perspektive. Seine Stärke liegt im Erzählen und im Entwickeln von anschaulichen Bildern. Theologisch bleibt er jedoch eher
allgemein und wenig präzise verortet.
Worum geht’s?
Das Buch ist klar strukturiert und folgt einer Art Lebensreise: „Ankommen“, „Ablegen“, „Auftanken“, „Loslegen“ (Inhaltsverzeichnis ).
Zentral ist das durchgehende Bild des Lebens als Reise bzw. Autofahrt. Der Autor nutzt dieses Bild ausführlich, um Lebensphasen zu beschreiben: Autobahn (Tempo, Zielorientierung), Dorfstraße (Begrenzung), Feldweg (Krisen), Raststätten (Erholung), Werkstatt (Reflexion).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sinnfrage des Menschen. Schmidt greift hier sogar auf psychologische Modelle wie die Maslowsche Bedürfnispyramide zurück, um zu erklären, warum Menschen heute verstärkt nach Bedeutung suchen.
Positiv: Es gibt einzelne klare biblische Bezüge, etwa Psalm 90,12 oder Matthäus 6,27, die zur Reflexion über Vergänglichkeit und Lebensführung herangezogen werden. Gleichzeitig wird das geistliche Leben stark als „Navigation“ beschrieben: Jesus führt wie ein Navi, das in Verbindung („online“) Hinweise gibt.
Der Stil ist zugänglich, erzählerisch und stark anwendungsorientiert. Das Buch arbeitet viel mit Fragen, Reflexionsimpulsen und innerer Auseinandersetzung.
Wer soll es lesen?
Die Lektüre richtet sich an Christen, die ihr Leben reflektieren und bewusst gestalten wollen, besonders an jüngere Menschen oder solche in Umbruchphasen.
Was gibt es Kritisches?
Das Denken des Buches ist deutlich anthropozentrisch geprägt, denn das Leben wird stark vom Menschen her gedacht – von Persönlichkeit, Empfinden und individueller Lebensgestaltung. Die Schrift
dient dabei eher als ergänzendes Element, nicht als tragendes Fundament. Hinzu kommt eine erkennbare Psychologisierung. Die Einbindung der Maslowschen Bedürfnispyramide zeigt eine klare
Orientierung an humanistischen Erklärungsmodellen, die nicht kritisch am biblischen Menschenbild gespiegelt werden. Auch die Lehre vom Heiligen Geist bleibt unklar. Die Beschreibung von Führung
im Bild eines Navigationssystems („online bleiben“, innere Leitung) wirkt zwar anschaulich, bleibt aber theologisch diffus und kann leicht in subjektive Führung oder Eindrucksfrömmigkeit
abgleiten. Schließlich mangelt es an theologischer Tiefe. Zentrale Themen wie Sünde, Buße, Rechtfertigung oder Heiligung werden nicht klar an der Schrift entfaltet. Stattdessen dominiert ein
lebenspraktischer Ansatz, der stärker auf persönliche Entwicklung als auf eine klare, schriftgebundene Lehre ausgerichtet ist.
Wie kann ich das Werk nutzen?
Einzelne Bilder und Vergleiche können hilfreich sein, etwa zur Veranschaulichung von Lebensphasen oder zur Gesprächsanregung. Aber: Das Buch sollte nicht als geistliche Grundlage verwendet
werden. Es eignet sich eher als ergänzender Impuls – unter klarer Rückbindung an die Schrift. Wer es liest, muss bewusst prüfen: Was ist biblisch – und was ist lediglich eine gute Idee?
Was bleibt?
Das Buch trifft einen Punkt: Menschen suchen Orientierung und Sinn. Und Christen sollen ihr Leben bewusst vor Gott gestalten. Aber der Ansatz bleibt zu sehr beim Menschen stehen. Ohne klare
Ausrichtung an Gottes Wort wird geistliches Leben schnell zu einer Mischung aus Erfahrung, Reflexion und subjektiver Deutung. Am Ende bleibt die entscheidende Korrektur: Nicht unser inneres
Erleben ist der Maßstab, sondern Gottes offenbartes Wort. Nur von dort her wird der Weg wirklich klar.
Das Buch:
- Schmidt, Mike (2026): Nicht von dieser Welt. Eine Anleitung für dein Leben in Fülle. Hänssler Verlag, 208 S., ISBN 978-3-7751-6305-7, 18,00 €
erhältst du hier.
